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Muss ich meine Gewinne aus dem Online-Spiel versteuern?
Die Frage kommt spätestens beim ersten größeren Treffer. Die kurze Antwort lautet: Von deinem Gewinn nimmt der Staat nichts. Besteuert wird an einer ganz anderen Stelle, und wer das weiß, liest Quoten anders.
Ein Gewinn beim Spiel bei einem erlaubten Anbieter ist für dich keine steuerpflichtige Einnahme. Es gibt nichts anzugeben und nichts abzuführen, und daran ändert auch die Höhe nichts.
Anders liegt der Fall, wenn aus dem Spiel eine berufliche Tätigkeit wird. Das ist ein Sonderfall, den keine Ratgeberseite für dich beantworten kann; wer dorthin gerät, fragt eine Steuerberaterin.
Das Rennwett- und Lotteriegesetz belegt den Einsatz mit 5,3 Prozent. Steuerschuldner ist der Veranstalter und nicht du, und die Bemessungsgrundlage ist um die Steuer selbst gemindert, was in den §§ 36 bis 38 geregelt ist.
Wichtig ist die Richtung: Die Abgabe hängt an dem, was gesetzt wird, nicht an dem, was gewonnen wird. Sie fällt deshalb auch bei einer verlorenen Wette und bei einem Spiel ohne Treffer an.
Schulden tut sie der Veranstalter. Ob er sie trägt oder weiterreicht, entscheidet sein Vertrag mit dir. Manche Wettanbieter behalten im Gewinnfall einen Anteil ein oder rechnen von vornherein mit einer verringerten Auszahlung, andere übernehmen die Abgabe und werben genau damit.
Nachzulesen ist das in den Geschäftsbedingungen, meist in einem kurzen Absatz zur Besteuerung. Er steht selten prominent und gehört zu den wenigen Vertragsklauseln, die sich unmittelbar in Geld übersetzen lassen.
Zwei angezeigte Quoten sind nur dann vergleichbar, wenn beide Häuser dieselbe Steuerlogik verwenden. Zieht das eine im Gewinnfall ab und trägt das andere die Abgabe selbst, kann die höher aussehende Quote am Ende die schlechtere Auszahlung sein.
Rechne also erst um und vergleiche dann. Und misstraue jeder Tabelle, die Quoten verschiedener Anbieter nebeneinanderstellt, ohne diesen Punkt überhaupt zu erwähnen.